Wie viel Information gehört in eine Präsentation?

Wer im Rahmen eines Meetings Informationen weitergibt, will natürlich mit der ganzen Fülle seines Wissens brillieren. Und wer für den Kauf eines Produktes wirbt, möchte möglichst alle Argumente ins Feld führen. – Falsch! – Denn allem voran, sollten Sie sich mit der Interessenlage und der Aufnahmefähigkeit des Publikums befassen.

Wenn Sie Rohmaterial für die Erstellung einer Präsentation erhalten, sollte es nicht Ihr Ehrgeiz sein, möglichst alles in Ihren PowerPoint-Folien unterzubringen. Die Kunst besteht darin, die richtige Auswahl zu treffen und jene Informationen gezielt in Szene zu setzen, die bei den Zuhörern im Gedächtnis bleiben müssen. Wie viel Information Sie in Ihre Präsentation packen müssen, hängt vom Publikum und der Situation ab. Halten Sie sich die folgenden Kriterien vor Augen, bevor Sie mit der Aufbereitung Ihrer Informationen beginnen. Auf die richtige Dosis kommt es an!

Faustregel zur Informationstiefe

Als Faustregel können Sie sich merken: Richten Sie die Informationstiefe auf die am wenigsten informierten Teilnehmer aus. Der Detaillierungsgrad richtet sich aber auch nach der Anzahl Teilnehmer. Je mehr Personen sich die Präsentation ansehen, umso einfacher sollten Sie die Inhalte darstellen. Richtet sich die Präsentation an eine kleine Gruppe Interessierter, dürfen Ihre Charts gerne etwas ausführlicher sein und die Information vertiefter darstellen. Der Informationshunger ist hier größer – der Bedarf an unterhaltenden Elementen geringer.

Überzeugen mit Emotionen

Bei einem breiteren Publikum hingegen können Sie nur eine Wirkung erzielen, wenn Sie Emotionen auslösen. Bedenken Sie: Die große Masse der Menschen fällt Entscheidungen unbewusst aufgrund von persönlichen Einstellungen und Prägungen. Sie verfehlen also Ihre Wirkung, wenn Sie sie mit langen Listen von Argumenten zu überzeugen versuchen. Überlegen Sie vielmehr, welche Einstellungen bei Ihrem Publikum vorherrschen, und beschränken Sie sich auf genau dieses eine treffende Argument. Es dürfen natürlich auch drei schlagende Argumente sein.

Einfache Gestaltung – prägnante Aussagen

Bei großem Publikum gilt:

  • viele Bilder und wenig Text
  • große Schriftarten
  • prägnante und plakative Aussagen
  • vereinfachte Zahlen und Charts
  • Heben Sie nur einzelne relevante Zahlen hervor!

Interesse wecken

Holen Sie das Publikum ab! – Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Sie in die Präsentation einsteigen und das Interesse des Publikums wecken können:

  • eine kühne Aussage oder Behauptung, die provoziert („In fünf Jahren wird es keine Schnurtelefone mehr geben.“)
  • eine verblüffende Tatsache oder Zahl („Weltweit werden täglich zwei Millionen Tonnen Abfälle in Flüsse und Seen geworfen.“)
  • eine rhetorische Frage („Haben Sie schon einmal gezählt, wie vielen Menschen Sie im Laufe einer Arbeitswoche die Hand schütteln?“)
  • eine echte Frage („Was glauben Sie, wie viele Neukunden haben wir dieses Quartal hinzugewonnen?“)
  • ein passendes Zitat („Die ganz Schlauen denken um fünf Ecken, doch sind geradeaus blind.“ Benjamin Franklin)
  • ein Witz oder eine kurze Einstiegsgeschichte, die Sie nicht ausschreiben, sondern die Sie mit einem guten Bild illustrieren und vom Präsentator nach Stichworten erzählen lassen
  • Illustrieren Sie den Einstieg mit einem treffenden Bild oder einem Comic!

Der Aufbau

Gerade wenn es darum geht, dass Zusammenhänge und Hintergründe verstanden und auch im Gedächtnis behalten werden, dann sollten Sie sich beim Aufbau Ihrer Präsentation an ein paar psychologisch-pädagogische Grundsätze halten:

  • das Bekannte vor dem Neuen
  • das Einfache vor dem Schwierigen
  • das Konkrete vor dem Abstrakten
  • das Allgemeine vor dem Besonderen
  • das Problem vor der Lösung
  • beim Argumentieren: erst das zweitbeste, dann das schwächere und erst zum Schluss das beste und schlagende Argument.

Abwechslung einbauen

Je umfangreicher Ihre Präsentation ist, umso abwechslungsreicher sollten Sie sie gestalten. Bauen Sie Illustrationen, Bilder und kurze Videosequenzen ein, um lange Präsentationen mit Anschauungsmaterial oder einer humorvollen Sequenz aufzulockern.

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