Wie ticken Sie – und wie Ihr Chef?

Im Laufe dieses Jahres haben wir in der Rubrik «Effektive Gespräche» unterschiedliche Gesprächstypen behandelt und Ihnen Tipps mit auf den Weg gegeben, wie Sie mit den verschiedenen Charakteren geschickt umgehen. Haben Sie sich dabei auch Gedanken darüber gemacht, wie Sie selbst ticken – oder Ihr Chef?

Ob wir uns an unserem Arbeitsplatz zufrieden fühlen oder nicht, hängt zu einem großen Teil davon ab, ob uns der Umgang mit den Menschen um uns herum gelingt. Dieser Artikel zeigt Ihnen nochmals drei Grundtypen mit ihren charakteristischen Eigenschaften. Erkennen Sie sich in dem einen oder anderen wieder?

Sind Sie ein Handlungstyp, ein Beziehungstyp oder ein Sachtyp? – Was tut Ihnen gut und was hemmt Sie? – Und wie gehen Sie mit Ihrem Chef um?

Der Beziehungstyp

  • Sie sind leicht zu begeistern und können auch andere begeistern.
  • Sie teilen gern Ihr Wissen, Ihre Zeit, Ihr Geld und Ihre Kontakte mit anderen, manchmal sogar bis an die Grenzen der eigenen Ressourcen.
  • Sie realisieren Probleme nicht oder zu spät, leiden oft an der Gesamtsituation und finden deshalb keinen Lösungsansatz oder keine Hilfestellung.
  • Sie sind flexibel und anpassungsfähig. Bei einem Jobwechsel fügen Sie sich rasch in das neue Umfeld ein und zeigen hohe Sozialkompetenz.
  • Sie sind eher unvorsichtig, fallen durch Ihre Vertrauensseligkeit auf Menschen, die Sie ausnutzen, herein – und werden hernach vom Gefühl geplagt, für dumm verkauft worden zu sein.

PRAXIS-Tipps für den Umgang mit Beziehungsmenschen:

Fördernd: Nehmen Sie sich Zeit und geben Sie Zeit. Zeigen Sie Interesse an seinen Ideen und Problemen. Ignorieren Sie dramatische Szenen. Kommunizieren Sie Emotionales offen und ehrlich. Bleiben Sie aktiv und anhaltend im Kontakt.

Hindernd: Reden Sie nicht lieblos oder unfreundlich. Erklären Sie Beziehungstypen nicht für dumm. Zweifeln Sie nicht an deren Kompetenz. Vermeiden Sie es, Hilflosigkeit zu verstärken.

Der Sachtyp

  • Sie wägen sehr genau ab, wofür Geld ausgegeben wird. Sie brauchen gute Argumente und müssen überzeugt sein, dass die Investition sich lohnt.
  • Sie sind bemüht, Fehler zu vermeiden bzw. zu erkennen, um Nacharbeit oder Kritik zu vermeiden.
  • Sie sind vorsichtig und zaghaft, wenn es darum geht, Risiken einzugehen. Sie sind jedoch gute Taktiker, und zuweilen lassen Sie sich sogar gern auf kalkulierbare Risiken ein.
  • Wichtige Motivatoren sind Verlust- und Existenzangst. Diese können zu ungeahnten Kraftanstrengungen und zu verstärkter Risikobereitschaft führen.
  • Sie können sich jahrelang um etwas bemühen, bis der Erfolg eintritt. Sie haben einen guten Riecher für Gelegenheiten, um bequem Geld zu verdienen.

PRAXIS-Tipps für den Umgang mit sachlich orientierten Menschen:

Fördernd: Schenken Sie dem Sachtypen Aufmerksamkeit und Zuwendung. Schenken Sie seinen Erfolgen und seinem Fachwissen Achtung. Dem Sachtypen tut der Ausgleich gut, zum Beispiel ein gutes Essen oder auch sportliche Aktivitäten.

Hindernd: Sachtypen vertragen es schlecht, überrumpelt oder überredet zu werden. Es ist wenig förderlich, ihn zu ignorieren, zu missachten oder zu übersehen. Üben Sie keine ungefragte Kritik und kreiden Sie ihm keine Fehler an. Zwingen Sie Sachtypen nicht, zu große Risiken einzugehen oder Verantwortung zu übernehmen.

Der Handlungstyp

  • Sie zeichnen sich durch eine aktive Grundhaltung aus. Passiv verhalten Sie sich nur bei Überarbeitung/ Erschöpfung, aus Solidarität oder bei Krankheit.
  • Sie arbeiten zielgerichtet, ergebnis- und erfolgsorientiert.
  • Sie bemerken schnell, was nicht in Ordnung ist, mahnen Verbesserungen an oder bringen es baldmöglichst selbst in Ordnung.
  • Sie stellen selten neugierige Fragen. Wenn, dann oft Kontrollfragen.
  • Es fällt Ihnen schwer, Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen, schätzen aber die wenigen, zu denen Sie ein Vertrauensverhältnis gewonnen haben.

PRAXIS-Tipps für den Umgang mit handlungsorientierten Menschen: Fördernd: Halten Sie Versprechen ein. Kommunizieren Sie klar und deutlich. Halten Sie Gewohnheiten und Regeln ein. Sorgen Sie für eine harmonische Atmosphäre. Laden Sie ihm nicht noch mehr Verantwortung auf. Fragen Sie bei einem seiner typischen «Neins», was er stattdessen will.

Hindernd: Fangen Sie nicht ungefragt private Gespräche an. Vermeiden Sie Unordnung, Ungerechtigkeit oder Unregelmäßigkeiten. Drängen Sie ihn nicht in die Ecke und vermeiden Sie es, seine Position oder Macht anzugreifen.

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