Vielredner: stoppen oder ausreden lassen?

Vielredner beanspruchen viel Zeit und Raum. In Meetings sorgen sie dafür, dass andere kaum zu Wort kommen und in Gesprächen stehlen sie ihren Gesprächspartnern wertvolle Zeit. Lernen Sie ein paar Tipps kennen, wie Sie Vielredner höflich in die Schranken weisen.

Eigentlich ist es ja schade, dass unser Berufsalltag kaum noch Raum lässt für den persönlichen Austausch über das rein Zweckmäßige hinaus. Andererseits beinhalten ausufernde Gespräche selten mehr Substanz. Wir alle kennen solche Situationen: Endlich ist nach langem Palaver der ersehnte Moment gekommen, wo man dem Vielredner die Hand zum Abschied reicht. – Dabei liefert man ihm ungewollt ein neues Stichwort, und schon holt er zu einem weiteren Monolog aus.

Verhaltensweisen eines Vielredners:

  • lässt andere nicht ausreden
  • unterbricht andere
  • lässt andere Meinungen nicht gelten
  • möchte das letzte Wort haben
  • wiederholt immer und immer wieder die gleichen Geschichten
  • findet den Abgang nicht

Mögliche Ursachen können sein:

  • starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung
  • Selbstüberschätzung
  • Taktik, um Zeit zu gewinnen
  • hierarchische oder fachliche Überlegenheit

Vielredner im Gespräch oder am Telefon

Kollegin Plaudertasche ist eine offenherzige und freundliche Person. Doch wenn sie zu reden beginnt, dann kann dies dauern. Konsequent übersieht sie, wenn andere nervös auf die Uhr schauen oder gelangweilt nur noch mit „ja, ja“ antworten. Wie bringen Sie ein solches Gespräch unter Kontrolle?

PRAXIS-Tipp: Versuchen Sie, das Gespräch zu steuern!

  • Bleiben Sie höflich und respektvoll.
  • Bleiben Sie sachlich, geschäftsmäßig und vor allem konzentriert.
  • Stellen Sie keine offenen Fragen.
  • Vermeiden Sie Stichworte, die zum Weiterreden ermuntern.
  • Nutzen Sie Atempausen, um das Gespräch zurück aufs Thema oder zum Ende zu bringen.
  • Schweigen Sie. Manche Leute hören erst auf zu sprechen, wenn der andere nichts mehr sagt.
  • Signalisieren Sie nonverbal, dass Sie nicht mehr zuhören – zum Beispiel durch Abschweifen des Blickes. Sie irritieren damit den Redefluss des anderen und erhalten eine Chance, einzuhaken.
  • Fassen Sie zusammen: „Ich habe notiert, dass wir am Mittwoch wieder telefonieren. Ich werde die Sache bis dahin meinem Chef unterbreiten.“

PRAXIS-Tipp: Planen Sie Ihr Gespräch schlau voraus!

  • Planen Sie den Zeitpunkt für das Gespräch gezielt auf eine Tageszeit, in der Ihre Kollegin in Eile ist – entweder kurz vor der Mittagspause oder vor Feierabend.
  • Definieren Sie gleich zu Beginn des Gesprächs, wie viel Zeit Sie dafür vorgesehen haben.
  • Steigen Sie nicht mit Smalltalk ins Gespräch ein, sondern beginnen Sie mit dem Gesprächsziel.
  • Bereiten Sie eine Agenda vor, die Sie Ihrer Gesprächspartnerin beim Einstieg reichen.
  • Lassen Sie sich zehn Minuten nach Gesprächsbeginn anrufen. Danach können Sie elegant die Gesprächsdauer abkürzen: „Entschuldigen Sie, wir sollten in den nächsten zehn Minuten zu einer Lösung kommen. Ich werde in einer Viertelstunde von meinem Chef erwartet.“
DIN – kurz & bündig

Elektronische Signatur bei Mails

Soll Ihre Mail rechtsgültig sein – geht es also um rechtsverbindliche Vereinbarungen zwischen zwei Parteien – müssen Ihre E-Mail-Nachrichten nach der DIN-Norm5008:2011 zwingend mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen sein (vgl. SigG, SigV, BGB, ZPO). Die elektronische Signatur schützt vor Betrug. Der Absender lässt sich damit eindeutig identifizieren und die Integrität der Nachricht überprüfen. Um die Nachricht vor dem Lesen durch Unberechtigte zu schützen, muss die Nachricht außerdem verschlüsselt übermittelt werden.

DIN empfiehlt: „Da E-Mails eher einer Postkarte als einem Brief entsprechen, sollte auch bei sonstigen wichtigen Mitteilungen von dieser Signatur- und Verschlüsselungsmöglichkeit Gebrauch gemacht werden.“

PRAXIS-Tipp: In den PC-Tipps dieser Ausgabe erfahren Sie, wie es gemacht wird.

Vielredner bei Meetings

Kollege Selbstdarsteller ist ein hervorragender Verkäufer und verkauft vor allem eines: sich selbst. So nutzt er jede Gesprächsrunde, um das Wort an sich zu reißen. Manchmal dominieren Menschen auch aufgrund des Hierarchiegefälles oder dank Ihrer größeren Erfahrung. Das sorgt schnell für schlechte Stimmung. Wie lässt sich eine ausgewogene Diskussion herbeiführen?

PRAXIS-Tipp: Lassen Sie Vielredner nicht die Gruppe und die Diskussionsrunde dominieren!

Präventiv

  • Übertragen Sie einem geeigneten Diskussionsteilnehmer die Moderatorenrolle.
  • Vereinbaren Sie Spielregeln – beispielsweise, dass alle sich reihum einbringen und die Redezeit pro Person auf 3–5 Minuten beschränkt ist.

Als Moderator

  • Visualisieren Sie die Kerngedanken auf der Flip Chart und unterbrechen Sie den Vielredner bei ständiger Wiederholung: „Vielen Dank, diesen wichtigen Punkt hatten wir schon. Was meinen die anderen dazu?“
  • Wiederholen Sie kurz, was der Vielredner gesagt hat, um dann auf den Punkt zu kommen. So signalisieren Sie, dass Sie gehört haben, was er geäußert hat.
  • Sprechen Sie passive Teilnehmer direkt an. „Mich würde noch Ihre Meinung zu dem Thema interessieren.“

Als Sitzungsteilnehmer

  • Unterbrechen Sie – nicht unhöflich, aber klar: „… mir fällt dazu noch etwas Wichtiges ein …“
  • Geben Sie zu verstehen, dass Sie gehört haben, was der Vielredner zu sagen hat. „Sie haben eben gesagt, dass … – Ein weiterer Aspekt ist …“
  • Heben Sie die Hand so, dass der Vielredner es sehen muss. Warten Sie auf ein Signal, dass Ihr Anliegen erkannt wurde.
  • Wenn ein Vielredner Sie unterbrechen will, insistieren Sie: „Nur eine Minute noch, ich bin noch nicht ganz fertig.“
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