Stressmanagement: Wie lässt sich mit beruflichen Anforderungen sinnvoll umgehen?

Das Telefon klingelt, eine E-Mail soll dringend beantwortet werden, das nächste Meeting wartet und zugleich rückt die Deadline für das aktuelle Projekt immer näher – typischer Stressmoment im Büroalltag. Seit rund hundert Jahren definiert die Medizin Stress als eine Situation, in der übermäßig viele Anforderungen auf einen Menschen einprasseln. Im modernen Arbeitsumfeld, in dem Multitasking gefragt ist, stellt solcher Stress keine Seltenheit mehr dar.

Wenn der Stress zu viel wird – und diese Linie ist bei jedem Menschen individuell zu ziehen -, kann dies schnell psychische, physische und soziale Folgen haben. Da gibt es Kollegen, die vor lauter Arbeit in Tränen ausbrechen oder beginnen, Kunden zu beschimpfen. Andere reagieren auf Stress damit, sich zurückzuziehen, soziale Kontakte zu vernachlässigen und in Depression zu versinken, oft ohne es selbst zu bemerken. Schweißausbrüche, Stoffwechselstörungen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl sind körperliche Anzeichen von übermäßigem Stress.

Wenn Arbeit liegen bleibt und dafür Ausreden erfunden werden, wenn ein diffuses Unwohlsein nicht mehr verschwindet, wenn Tabletten oder Alkohol zur Gewohnheit werden, ist häufig ein zu hoher Stresslevel Grund dafür. „Irgendetwas stimmt mit mir nicht mehr“, denken sich die Menschen, die ehrlich mit sich umgehen. Andere bemerken die schleichende Veränderung erst dann, wenn sie von Freunden, Familie oder Kollegen darauf angesprochen werden. Ein Burn-out, also ein psychischer und physischer Zusammenbruch, ist als Endstadium von zu viel Stress kaum zu ignorieren.

Wissenschaftler unterscheiden grundsätzliche drei Arten von Stressmanagement, um der ständigen Überforderung zu entgehen. Instrumentelles Stressmanagement setzt damit an, Ursachen zu identifizieren und Arbeitsabläufe so anzupassen, dass der Stress nachhaltig reduziert wird. Kognitives Stressmanagement steht dafür, sich selbst kritisch zu hinterfragen und beispielsweise durch positives Denken mit schwierigen Situationen gelassener umzugehen. Beim palliativ-regenerativen Stressmanagement geht es darum, durch Entspannungstechniken, bewusst gewählte Pausen und beispielsweise Ausgleichssport dem Stress bewusst und auch vorbeugend zu begegnen.

Es gibt zahlreiche Bücher zum Thema Stressmanagement und Tipps, wie man mit dem Stress umgeht. Hier sind die zehn bewährte und alltagstaugliche Tipps zur Stressbewältigung lauten:

  • Nein sagen hilft, um Überforderung zu verhindern
  • Durch Atemtechnik oder andere Methoden stressige Momente unter innere Kontrolle bringen
  • Stressfaktoren ausmachen (z. B.: Überstunden, langer Arbeitsweg) und konstruktiv beseitigen
  • Dem Thema Stress offensiv begegnen und die Diskussion dazu mit Kollegen und Vorgesetzten suchen
  • Bei Fehlern in der Arbeit nicht nur die Schuld bei sich selbst suchen, sondern auch die Anforderungen hinterfragen
  • Falls die bezahlte Beschäftigung anhaltend keinen Spaß mehr macht: Über berufliche Veränderung nachdenken
  • Privatsphäre wahren – niemand muss ständig erreichbar sein
  • Nach Feierabend gezielt Gegenpole zur Arbeitszeit setzen, um den Kopf frei zu kriegen
  • Mit Freunden und Familie offen und ehrlich über den Stress bei der Arbeit reden
  • Nicht erst im Notfall/Burn-out Hilfe beim Arzt suchen

Positiver Stress ist kein unbekanntes Phänomen. Manchem hilft temporärer Druck tatsächlich, Aufgaben schnell und mit hoher Qualität zu erfüllen. Arbeitsmediziner raten dennoch, solche Phasen auf keinen Fall zur Gewohnheit werden zu lassen, da andauernde Selbstüberschätzung psychischer und physischer Kapazitäten zu schweren Gesundheitsschäden führen kann. Um diesen vorzubeugen, gilt Stressmanagement zu Recht als entscheidender Schritt.

Total 0 Votes
0

Tell us how can we improve this post?

+ = Verify Human or Spambot ?