Sprachexporte

Liebe Leserin,

immer wieder werden wir ermahnt, Denglisch im gepflegten Sprachgebrauch zu vermeiden. Andererseits lebt die Sprache ja gerade von der Veränderung. Ständig entwickelt sie sich weiter, passt sich an und übernimmt Bezeichnungen ausländischer Produkte und Errungenschaften oder Wörter und ganze Redensarten von Einwanderern. Unsere Sprache ist ein Spiegel der Völkerwanderung. Englische Wörter wie „Computer“ oder „Management“ sind aus unserer Arbeitssprache nicht mehr wegzudenken. – Doch Wörter wandern auch in umgekehrter Richtung. Die deutschen Wörter „Leitmotiv“, „Zeitgeist“ oder „Schadenfreude“ haben Einzug in die englische Sprache gehalten. Manchmal ändern Wörter auf Wanderschaft ihre Bedeutung, wie etwa die „Gemütlichkeit“, die im Englischen ein fröhliches Volksfest bezeichnet. „Besservisseri“ heißt der finnische „Besserwisser“ und die Serben nennen besonders fleißige Schüler „Štreber“. Nachdem die deutsche Psychiatrie in Japan ein hohes Ansehen genoss, leiden heute auch die Japaner unter der „Noirooze“. „Achso“, wundert sich da der Libanese.

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