Schwieriges Multikulti? So gelingt´s!

Ist schon der Umgang mit so manchem deutschen Kollegen schwierig, so kann er mit einem ausländischen nachhaltig problematisch sein. Machen Sie sich daher mit den kulturellen Unterschieden vertraut.

PRAXIS-FALL: Seit einigen Wochen arbeiten zwei Inder in der Abteilung von Frau Brauer. Auch wenn sich die beiden prinzipiell nett und umgänglich zeigen, fühlt sich die Assistentin manchmal sehr verunsichert ihnen gegenüber: Manchmal wechseln nämlich plötzlich die beiden indischen Kollegen in ihre Landessprache oder sie reagieren auf einmal abweisend – ja fast unhöflich.

Auch wenn Ihre ausländischen Kollegen nicht aus weit entfernten Gegenden dieser Welt stammen, müssen Sie damit rechnen, dass sie unter Stress, bei auftretenden Problemen und in Konfliktsituationen anders reagieren, als Sie es gewohnt sind. Das gilt auch für viele Arbeitnehmer, die hierzulande geboren sind.

Blicken Sie auf die Wurzeln

So wie Sie in Ihrer Kindheit und beruflichen Entwicklung von verschiedenen Personen (z. B. Eltern, Lehrer, Ausbilder) und Werten (z. B. Respekt vor Älteren, Loyalität, Ehrlichkeit) geprägt wurden, so ist auch das Verhalten Ihrer ausländischen durch ihre früheren Erfahrungen beeinflusst.

 

Bezogen auf die beiden indischen Kollegen im Praxis-Fall kann beispielsweise hinter deren Auftreten

  • das kulturell bedingte Gruppendenken stecken – der einzelne richtet seine Meinung immer nach der der gesamten Gruppe – oder
  • der indirekte Kommunikationsstil, demzufolge nie ein direktes Feedback gegeben wird, stecken.

Konflikte werden Sie also dann am besten vermeiden, wenn Sie akzeptieren, dass Ihre ausländische Kollegen in einzelnen Situationen anders reagieren.

Machen Sie es sich daher zur Gewohnheit, sich mit der Mentalität und Kultur des jeweiligen Ursprungslandes zu beschäftigen, sobald Sie unmittelbar mit ausländischen Kollegen zusammenarbeiten. Erste Knigge- Hinweise finden Sie im Heftarchiv von Sekretärinnen SERVICE (www.sekretaerinnen-service.de).

PRAXIS-TIPP: Eine nette Geste ist es, Ihre ausländischen Kollegen in deren Heimatsprache zu begrüßen bzw. zu verabschieden. Das öffnet Ihnen Türen. 

Gedanken zum Schluss

Holen Sie sich jetzt vom Sofa

Der Assistenzalltag ist ohne Zweifel anstrengend: Die meisten von uns müssen früh aufstehen, haben einen längeren Anfahrtsweg und müssen den ganzen Tag hochkonzentriert sein. Ich kann es daher einerseits gut verstehen, wenn viele von Ihnen sagen: „Abends möchte ich nur noch auf meine Couch.“

So richtig gut können Sie dort aber Ihre geleerten Leistungsbatterien nicht auftanken. Das geht sehr viel besser, wenn Sie sich abends in der freien Natur aufhalten. Der Grund: Während die vielfältigen Situationen tagsüber ihre gesamte Aufmerksamkeit verlangen, können Sie in der Natur richtig abschalten!

Liegen Sie nun abends auf Ihrer Couch und sehen Sie beispielsweise fern, bleiben Sie weiterhin angespannt. Sie haben dann das Gefühl, unter der Woche „nicht richtig zur Ruhe“ zu kommen.

Ich habe mir daher vorgenommen, möglichst jeden Abend nochmals draußen „eine Runde zu drehen“.

 

Doris Bader
Herausgeberin und Chefsekretärin

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