Punkt, Punkt, Komma, Strich (II)

In der August-Ausgabe von Sekretärinnen SERVICE befassten wir uns eingehend mit dem Punkt. Heute fahren wir fort mit der Kommasetzung, bei der sich noch häufiger Unsicherheit breit macht als beim Punkt.

Beginnen wir mit den Grundregeln. Primäre Aufgabe des Kommas ist es, Sätze optisch zu gliedern, damit sie leichter lesbar sind. Dabei lassen sich drei Regelgruppen unterscheiden:

1. Das Komma steht zwischen den Bestandteilen von Reihungen:
Das Unternehmen verkauft Haushaltsmaschinen, Computer, Smartphones und EDV-Zubehör.
2. Das Komma grenzt Zusätze vom Rest des Satzes ab:
Es kommt immer wieder zu Lieferengpässen, das absolute Horrorszenario in der Hochsaison.
Ist ein Zusatz eingeschoben, steht am Anfang und am Ende ein Komma:
Das absolute Horrorszenario, Lieferengpässe mitten in der Hochsaison, ist einmal mehr eingetroffen.
3. Das Komma grenzt Nebensätze vom übergeordneten Satz ab:
Ich werde Ihren Flug buchen, sobald ich den Termin mit meinem Chef abgesprochen habe.
Ist der Nebensatz in den übergeordneten Satz eingeschoben, steht am Anfang und am Ende des Nebensatzes ein Komma.
Ich werde, nachdem ich den Termin mit meinem Chef abgesprochen habe, Ihren Flug sofort buchen.

Sätze ohne Komma

Kommafehler entstehen nicht nur durch fehlende, sondern auch durch überflüssige Kommas:
Sätze, in denen die gewöhnlichen Satzglieder nur einmal und ohne nachgestellte Zusätze auftreten, enthalten kein Komma.
Bei einem einfach aufgebauten Satz macht das noch keine Probleme:
Unser Controller überprüft die Bilanz.
Die Regel gilt aber auch, wenn verschiedenste Umstandsangaben dazukommen:
Am Montagmorgen gegen zehn Uhr überprüft unser Controller im Besprechungszimmer auf seinem neuen Laptop die von der Buchhaltungsstelle letzte Woche erstellte Bilanz.

Bei frei stehenden Zeilen

Das Komma steht in der Regel nicht nach Satzstücken oder einzelnen Wörtern, die in besonderen Zeilen deutlich hervorgehoben werden und inhaltlich selbstständig sind.

Daher steht kein Komma zwischen Grußformel und Unterschrift am Ende eines Briefes. Eine Ausnahme bildet die Anrede im Brief, nach der man ein Komma setzt. Da nach dem Komma der Satz weiter geht, muss das erste Wort des eigentlichen Briefes kleingeschrieben werden (In der Schweiz steht kein Komma nach der Anrede und der erste Satz beginnt mit einem Großbuchstaben).

Bei Aufzählungen, Listen oder Tabellen entfällt das Komma: Unser Papeteriegeschäft führt

  • Papier- und Schreibwaren
  • Mal- und Zeichengeräte
  • Künstlerpostkarten

In Ausnahmefällen kann eine listenartige Aufzählung wie ein zusammenhängender Satz behandelt werden:

Ein Nachlass kann gewährt werden,

  • wenn der Lehrgangsteilnehmer einen Verdienstausfall nachweist,
  • wenn der Teilnehmer seine Mahlzeiten nicht zu Hause einnehmen kann,
  • bei Teilnehmern, die noch in der Berufsausbildung stehen.

Bei Aufzählungen von gleichrangigen Wörtern oder Wortgruppen steht ein Komma dazwischen. Vor dem letzten Glied der Aufzählung steht kein Komma.

  • In dieser Schublade finden Sie Briefmarken, Post-it-Blöcke, Kugelschreiber. • Er sägte, hobelte, hämmerte die ganze Nacht.
  • Mein liebes, liebes Tagebuch.

Aufgezählte Wörter werden jedoch nicht durch Komma getrennt, wenn sie durch bestimmte Konjunktionen verbunden sind wie und, oder, sowie, wie, sowohl – als auch, weder – noch.

  • Sie wird entweder anrufen oder selbst vorbeikommen.
  • Er putzt die Wohnung, erledigt die Einkäufe, kocht und mäht sogar den Rasen.

Satzteile werden durch ein Komma getrennt, wenn sie durch andere Konjunktionen als die genannten verbunden sind, weil dann keine Aufzählung vorliegt: einerseits – andererseits, teils – teils, halb – halb, mal – mal, je – desto, nicht nur – sondern auch, ob – ob, zum einen – zum anderen.

  • Sie trug einen nicht nur modisch verarbeiteten, sondern auch echten Ledermantel.
  • Er hat nicht den blassesten Schimmer, ob seine Frau noch da ist, oder ob sie schon losgefahren ist.

Bei Aufzählungen steht kein Komma zwischen nicht gleichrangigen Attributen. Wenn also ein Attribut zusammen mit dem Substantiv einen Gesamtbegriff bildet.

  • Er kaufte für sie eine langstielige rote Rose.
  • Wir führen nur gute französische Rotweine.

Es sind vor allem vier Gruppen von Adjektiven, die in solchen Gesamtbegriffen auftreten:

a) Farben (der gute schwarze Anzug)
b) Adjektive, die Materialien bezeichnen (der glitzernde goldene Ohrring)
c) Adjektive, die eine Zugehörigkeit bezeichnen (amtlich, städtisch, königlich)
d) Adjektive, die die Herkunft bezeichnen (in der prunkvoll eingerichteten amerikanischen Botschaft)

(Quelle DUDEN: „Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen. Die neuen Regeln der Zeichensetzung mit umfangreicher Beispielsammlung“) 

Total 2 Votes
0

Tell us how can we improve this post?

+ = Verify Human or Spambot ?