Punkt, Punkt, Komma, Strich (I)

Sei es in der täglichen Korrespondenz, in Präsentationen oder Dokumentationen – beim Schreiben konzentrieren wir uns primär auf den Inhalt und auf die Rechtschreibung. Die Satzzeichen fristen eher ein Schattendasein. Vor allem in der elektronischen Kommunikation gehen viele etwas allzu unbeschwert damit um. In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Interpunktionsregeln zusammengefasst.

Sinn und Zweck von Komma, Punkt, Doppelpunkt – und wie sie sonst noch alle heißen – ist, den Text einfacher lesbar zu machen. So, wie wir beim Sprechen einzelne Worte durch Betonung hervorheben und durch den Sprechrhythmus gliedern, sind Satzzeichen Gliederungs- und Lesezeichen. Sie helfen, dass der Leser den Text besser und schneller versteht.

Der Punkt als Satzzeichen

Der Punkt als Schlusszeichen bezeichnet das Ende eines Satzes im fortlaufenden Text. Es drückt eine längere Pause aus und deutet gewöhnlich eine Senkung der Stimme an.

  • Der Punkt steht nach gewöhnlichen Aussagesätzen.
  • Der Punkt steht aber auch nach unvollständigen Sätzen, nach Satzlücken oder nach einzelnen Wörtern, wenn diese für sich stehen und als eigenständige Sinneinheiten gewertet werden.
  • Nach Aufforderungssätzen, die ohne besonderen Nachdruck gesprochen werden, steht ebenfalls ein Punkt: „Bitte senden Sie mir das Buch zurück, nachdem Sie es gelesen haben.“

Nach freistehenden Zeilen

Der Punkt steht nicht nach frei stehenden Zeilen.

  • Der Punkt steht nicht nach Sätzen, Satzstücken und einzelnen Wörtern, die im Druck- oder Schriftbild in besonderen Zeilen deutlich hervorgehoben sind – zum Beispiel in Überschriften, Schlagzeilen oder Zwischentiteln.
  • Bei Bildlegenden von Bildern, Grafiken, Tabellen darf der Schlusspunkt fehlen, vor allem wenn es sich nicht um vollständige Sätze handelt. Bildunterschriften, die aus mehreren Sätzen bestehen, schließen in der Regel mit einem Punkt ab. Dasselbe gilt für Fußnoten.
  • In Geschäftsbriefen steht kein Punkt nach der Datumszeile sowie nach der Betreffzeile.
  • Ebenfalls kein Punkt steht nach der schließenden Grußformel oder nach der Unterschrift.
  • Der Punkt steht nach einzelnen Zeilen von Aufzählungen, Tabellen, Inhaltsverzeichnissen, Listen und Formularen.

Der Punkt nach Abkürzungen

Der Punkt steht in der Regel nach Abkürzungen, die im vollen Wortlaut der zugrunde liegenden Wörter gesprochen werden. Die abgekürzte Form kommt also nur in der geschriebenen Sprache vor (bzw., geb., Abb.).

  • Der Punkt steht bei Abkürzungen von Eigennamen (H.P. Müller).
  • nach Abkürzungen in Ortsnamen (Frankfurt a. M.)
  • Ausnahme:
    Maßeinheiten, Währungsbezeichnungen, Himmelsrichtungen u. a. (cm, kg, l, EUR, O, SW)

Abkürzungen ohne Punkt

Der Punkt steht nicht nach Abkürzungen, die buchstabenweise gesprochen werden.

  • Man nennt solche Wörter auch Buchstabenwörter, zum Beispiel PVC (Vollform: Polyvinylchlorid).
  • Begriffe des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft: EU, ICE, PR, O-Ton, U-Bahn
  • Namen von Organisationen: ADAC, FAZ, SPD
  • Fachsprache: FCKW, EKG, DNS
  • Bezeichnungen chemischer Stoffe: H2O, Na

Abkürzungspunkt und Schlusszeichen

Steht eine Abkürzung mit Punkt am Satzende, ist der Abkürzungspunkt zugleich der Schlusspunkt des Satzes. Ein Abkürzungspunkt in einer Klammer hingegen macht den Schlusspunkt des Satzes nicht überflüssig.

  • Ausrufezeichen, Fragezeichen und Auslassungspunkte (…) können nicht mit dem Abkürzungspunkt zusammenfallen.
  • Steht am Ende eines Satzes eine Abkürzung, die sonst ohne Punkt geschrieben wird, dann muss trotzdem der Schlusspunkt des Satzes gesetzt werden.

Auslassungspunkte (…)

Mit drei Punkten (Auslassungspunkten) zeigt man an, dass in einem Wort, Satz oder Text Teile ausgelassen worden sind. Dabei lässt man vor und nach den Auslassungspunkten den normalen Wortzwischenraum, wenn sie für ein oder mehrere Wörter stehen.

Und so fort…

Bei Auslassung eines Wortteils schließt man sie unmittelbar an den Rest des Wortes an. Satzzeichen werden ohne Zwischenraum angeschlossen:

  • Man setzt drei Auslassungspunkte, wenn ein Wort unvollständig ist.
  • Man setzt drei Auslassungspunkte, wenn eine Mitteilung abbricht, etwa weil der Leser einen Satz in Gedanken ergänzen kann oder weil er im Unklaren bleiben soll.
  • Man setzt Auslassungspunkte, wenn eine Mitteilung lückenhaft ist.
  • Auslassungspunkte als verbindendes Zeichen: Mit Auslassungspunkten kann man zeigen, dass Satzstücke zusammengehören, die getrennt stehen.
  • Auslassungspunkte als Pausenzeichen. Wenn man längere Sprechpausen wiedergeben möchte, dann sollte man keine Kommata setzen. Bricht der Satz an einer Stelle ab, an der ein Komma stehen müsste, so entfällt dieses.
  • Stehen Auslassungspunkte am Satzende, entfällt der Schlusspunkt.

(Quelle DUDEN: „Komma, Punkt und alle anderen Satzzeichen.
Die neuen Regeln der Zeichensetzung mit umfangreicher Beispielsammlung“)

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