Mitarbeiter führen durch positive Rückmeldung

Während in den USA das Loben guter Leistungen zur Kultur gehört, wird hierzulande mit Lob gerne gegeizt. Wer keine Rückmeldung erhält, kann in der Regel davon ausgehen, dass es nichts zu beanstanden gibt. Wenn es etwas zu meckern gäbe, dann würde man es schon vernehmen. Eigentlich schade, wo doch ein positives Feedback in manchen Situationen so richtig beflügelnd wirken könnte.

Es ist für jeden von uns frustrierend, wenn wir beispielsweise nach einem unermüdlichen Rund-um-die-Uhr-Einsatz vor einem Messeauftritt vom Chef einzig zu hören bekommen, wie ärgerlich es gewesen sei, dass der Internetanschluss am Messestand die ersten paar Stunden nicht funktioniert habe, und weshalb wir das denn wieder nicht überprüft hätten. Das kann ein demotivierender Dämpfer für die Stimmung sein. Ein ehrlich gemeintes Lob oder Dankeschön hingegen wirkt wie Balsam für die Seele, und wir werden uns beim nächsten Mal genauso anstrengen.

Auch Sie im Sekretariat sind ja ständig auf andere angewiesen, etwa auf die rechtzeitige Zulieferung von Informationen. Und da sind es immer die gleichen Pappenheimer, die ihre Unterlagen, ihren Bericht oder ihre Abrechnung zu spät einreichen. Auch Sie haben häufig Grund für Lob oder Tadel.


Zitat

„Indem Sie sich für die Erfolge anderer Menschen wirklich interessieren, können Sie innerhalb von zwei Wochen mehr Erfolg erzielen, als wenn Sie zwei Jahre lang angestrengt versuchen, andere auf Ihre Erfolge aufmerksam zu machen.“

(Dale Carnegie)


Machen Sie den ersten Schritt!

Warten Sie nicht, bis man Ihre Leistungen lobt. Drehen Sie doch den Spieß einfach um! Tragen Sie selbst zu einer Kultur der Wertschätzung in Ihrem Unternehmen bei – auch als Untergebene gegenüber dem Chef. Loben Sie ihn doch beim nächsten Mal, wenn er Ihnen ausnahmsweise bei Rückkehr von einer Dienstreise sämtliche Spesenbelege vollständig und geordnet übergibt. Bedanken Sie sich. Sagen Sie ihm, dass Sie dank der schnellen und reibungslosen Spesenabrechnung noch Zeit fanden, die Batterie der Wanduhr im Sitzungszimmer auszuwechseln.

Lob als Mittel zum Zweck einzusetzen ist natürlich sinnlos, weil leicht durchschaubar. Empfindliche Menschen reagieren darauf genau gegenteilig – nämlich mit Leistungsverweigerung.

Materielle Anreize und Anerkennung durch Status sind beliebte Motivatoren, die in vielen Unternehmen fest verankert sind. Fehlt eine wertschätzende Haltung, werden solche Leistungsanreize schnell zur Selbstverständlichkeit. Ein einfaches Lob, eine aufmunternde Bemerkung oder ein schlichter Dank kann oft viel mehr bewirken. Diese Gesten der Aufmerksamkeit sind gleichbedeutend mit: „Ich sehe, wie viel Herzblut Sie in Ihre Aufgabe stecken.“ – „Ich habe bemerkt, dass Sie einige Male auf Ihren Feierabend verzichtet haben, um unser gemeinsames Projekt rechtzeitig zu Ende zu bringen.“ – Es ist mir aufgefallen, dass Ihr Englisch viel besser geworden ist, seit Sie diesen Kurs besuchen.“

Die nachfolgenden Tipps können Sie entweder für sich persönlich umsetzen oder Sie unterstützen Ihren Chef dabei, sein Team mit anerkennender Wertschätzung zu führen.

Blinde Flecken haben wir alle nicht nur im Hinblick auf eigene Schwächen, sondern interessanterweise auch betreffend unserer Stärken. An anderen bewundern wir oft das, was wir selbst nicht können. Doch vielleicht empfindet der andere dies gar nicht als Stärke, weil es seine natürliche Begabung ist. Oft ist uns nur bewusst, was wir uns mühsam erkämpft haben, nicht aber unsere wahren Stärken. Allein schon aus diesem Grund ist positives Feedback wichtig. Es hilft uns allen, uns selbst besser einzuschätzen.


Praxis-Tipp


  • Bedanken Sie sich auch für selbstverständliche Leistungen.
  • Machen Sie sich die Mühe, zwischendurch einmal eine unerwartete Dankesmail zu verschicken.
  • Sagen Sie Ihrem Chef hin und wieder, dass Sie gerne für ihn arbeiten.
  • Heucheln Sie nicht. Loben Sie dann, wenn es angebracht ist.
  • Wenn Sie jemanden loben, loben Sie eine spezifische Leistung oder eine konkrete Gabe dieses Menschen.
  • Loben Sie die Fortschritte und Verbesserungen nachdem Sie eine Fehlleistung kritisiert haben.
  • Oft braucht es kein Lob in den höchsten Tönen, sondern es reicht zu signalisieren, dass eine Leistung wahrgenommen wurde.
  • Suchen Sie bewusst nach Anlässen, die sich anbieten, um sich bei Kollegen zu bedanken: Geburtstage, Jahreswechsel, Betriebsfeiern oder beim Abschluss eines Projekts.
  • Feiern Sie Teamerfolge und klopfen Sie sich dabei gegenseitig auf die Schultern.
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