Knigge-Kurs für das Büro

Monkey Business Images - 174876011 / Shutterstock.com

Ein Drittel des Wochentages verbringen die Deutschen durchschnittlich am Arbeitsplatz. Pure Sympathie und ein durchweg entspanntes Arbeitsklima sind in den meisten Büros aber Fehlanzeige. Stattdessen herrscht eine gereizte Atmosphäre, die sich nicht selten in kleinen Sabotagen oder sogar Mobbing äußert. Dabei ist es nicht schwer, mit ein paar einfachen Regeln eine positive und produktive Stimmung im Büro zu erzeugen.

 

Kriegsschauplatz Büro

Das Büro ist für viele Menschen mehr als nur ein Arbeitsplatz. Durchschnittlich acht Stunden, also ein Drittel des Tages, werden im Büro im Beisein der Kollegen verbracht. Bei so einer Zeitspanne ist es wichtig, dass die Anwesenden sich wohlfühlen und ein angenehmes und produktives Arbeitsklima herrscht. Ein sympathisches, sich gegenseitig unterstützendes Team lässt die Arbeit und Zeit wie im Flug vergehen und eine positive Atmosphäre entstehen, soweit die Theorie.

Dass die Realität in deutschen Büros aber häufig anders aussieht, dürften die meisten Menschen schon am eigenen Leib erfahren haben. Von mieser Laune und aggressiver und genervter Grundstimmung bis hin zu täglichem Mobbing und Sabotagen am Arbeitsplatz ist in deutschen Büros alles zu finden. Darunter leidet die Motivation, die Produktivität, die Laune und vor allen Dingen das eigene Glück und die Zufriedenheit. Dabei könnte die Arbeitsatmosphäre mit ein paar einfachen universellen Regeln, ähnlich einem Knigge-Kurs, entspannt und positiv ausfallen.

Auch die Arbeitsumgebung ist wichtig

Selbstverständlichen spielen aber auch noch weitere Faktoren eine große Rolle, wenn es um das Wohlbefinden des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers im Büro geht. Die Einrichtung des Büros kann einen wesentlichen Bestandteil der Grundstimmung ausmachen. Eine helle, freundliche Einrichtung wirkt sich positiv auf die Laune des Individuums sowie auf die Gesamtstimmung aus.

Hinzu kommt die Ausstattung am Arbeitsplatz. Viele Marken und Büromaterial halten kleine, aber äußerst hilfreiche Utensilien bereit, die den Arbeitsalltag erheblich vereinfachen können. Das lässt auch das Arbeitsklima aufblühen. Dies fängt beim ergonomisch geformten Bürostuhl an und hört beim ausreichend großen Arbeitsbildschirm auf. Denn nur ein gesunder Arbeiter ist auch ein zufriedener, wohlgestimmter und produktiver (Mit-)Arbeiter. Das A und O der Arbeitsatmosphäre ist und bleibt allerdings der Umgang untereinander.

Zwölf Regeln für ein positives Arbeitsklima im Büro:

  1. Loben, Unterstützung und Hilfe können den Kollegen positiv beeinflussen. Verwöhnt sollte aber niemand werden. Das kann schnell zu Neid anderer Mitarbeiter führen und das Arbeitsklima negativ beeinflussen.
  2. Sei standhaft und habe keine Angst. Probleme und Auseinandersetzungen sollten immer auf Augenhöhe geführt werden.
  3. Zurechtweisungen von Kollegen oder dem Chef im Beisein anderer sollten, wenn möglich, vermieden werden. Niemandem gefällt es, bloßgestellt zu werden. Außerdem bietet derartiges Verhalten den Nährboden für Lästereien.
  4. Solltest du, auch über dritte, erfahren, dass deine Entscheidungen hinterfragt und angezweifelt werden, sei nicht fassungslos und gekränkt, sondern suche das Gespräch und versuche die Zweifel zu analysieren.
  5. Ständige Überwachung von Arbeitskollegen kann für die Betroffenen unangenehm sein. Lass sie manchmal auch einen Fehler machen. Nur so lernen sie dazu und machen den Fehler nicht wieder.
  6. Angemeckert zu werden mag niemand. Bei Unklarheiten oder Problemen versuche freundlich nachzufragen und die Problematik aus der Welt zu schaffen. Meckern führt zu negativen Gegenreaktionen und ist alles andere als förderlich für ein entspanntes Klima.
  7. Vorschnelle Versprechen, die im Nachhinein nicht eingehalten werden, lassen das persönliche Verhältnis leiden. Also erst nachdenken, dann das Versprechen geben.
  8. Stehe zu deinem Wort. Inkonsequenz hilft in der Regel niemandem weiter und schafft Misstrauen.
  9. Lasse dein Gegenüber sich aussprechen und unterbreche ihn oder sie nicht.
  10. Ängste sollten nicht verhöhnt, sondern ernstgenommen werden. Mit gegenseitiger Hilfe können diese oftmals aus der Welt geschaffen werden.
  11. Sich zu entschuldigen tut niemandem weh und ist auch kein Zeichen von Schwäche, sondern von gegenseitigem Respekt und einer gefestigten Persönlichkeit.
  12. Niemand ist perfekt und unfehlbar, auch man selbst nicht. Ein Griff an die eigene Nase kann oft Wunder bewirken.

Der „Knigge-Kurs“ für das Büro kann selbstverständlich mit weiteren Regeln ergänzt werden. Eigenschaften wie Ehrlichkeit oder Fairness sollten zum Grundrepertoire des respektvollen Miteinanders gehören. Wenn eine positive Unternehmenskultur herrscht, ist auch Kritik etwas völlig Alltägliches, die, wenn sie konstruktiv ausfällt, vom Betroffenen nicht negativ aufgefasst wird, sondern als hilfreicher Tipp verstanden werden kann. Ebenso sollte mit Lob und Wertschätzung nicht gegeizt werden, da die Mitarbeiter so motiviert werden können.

Werden diese einfachen Regeln von allen Anwesenden im Büro praktiziert, ernst genommen und immer wieder vor Augen geführt, steht einem erfolgreichen, produktiven und glücklichen Arbeiten im Büro nichts mehr im Wege. Die goldenen Regeln sollten übrigens auch für das Chef-Mitarbeiter-Verhältnis gelten. In zahlreichen Unternehmen sollten diese Regeln im Idealfall nicht gänzlich unbekannt sein, jedoch lohnt es sich, sie immer wieder zu lesen und vor Augen zu führen. Nur so bleiben die Regeln im Bewusstsein und fördern den positiven Umgang mit Kollegen oder dem Chef am Arbeitsplatz.

Total 1 Votes
0

Tell us how can we improve this post?

+ = Verify Human or Spambot ?