Innovationsmanagement

Ob eine Firma langfristig überleben wird, ist von ihrer Innovationsfähigkeit abhängig. Innovationsmanagement bedeutet, den Erfindergeist und die Verbesserungsvorschläge jedes einzelnen Mitarbeiters fruchtbar zu machen. Das betrifft nicht nur die Produktentwicklung. Auf Administrationsebene können auch Sie Innovationen anstoßen.

In Zeiten, in denen Preise zerfallen und Lohndumping betrieben wird, sind Firmen speziell in den Hochpreisländern mehr denn je gefordert. Sie können dem Preisdruck von den Billiglohnländern nicht mehr standhalten. Obschon europäische Qualität gerade von asiatischen Kunden noch immer sehr gefragt ist, droht exakt diese abhanden zu kommen, sobald Produktion in Niedriglohnländer verlagert wird.

Nicht nur herrscht dort eine andere Arbeitsmentalität vor, als wir es etwa in Nord- oder Mitteleuropa gewohnt sind – die Arbeitskräfte dort verfügen oftmals über eine andere Vorbildung und ein Problemlösungsverhalten, das sich von dem unsrigen teilweise stark unterscheidet.

Konkurrenzfähig dank Innovation

Wie also kann eine Firma überleben? Es gibt wahrhaftig Lösungsansätze, die wir mit einem Blick nach Europas Norden als Beispiel nehmen können. Die skandinavischen Länder haben schon recht früh begriffen, dass man auf dem Markt nur bestehen kann, wenn man Innovationsfreude und eine Portion Risikofreudigkeit zeigt. Innovation ist eine starke Triebfeder: Nicht nur wagt sie sich in unbekannte Gebiete vor; sie beflügelt den Forschergeist und lässt uns den Markt mit anderen Augen erkunden. Oftmals entdecken wir dadurch erst Nischen, wo sich noch keiner hin getraut hat.

Was bedeutet „Innovation“? Das lateinische „innovatio“ bedeutet „Erneuerung“. Es ist also nicht nur „Erfinden“ damit gemeint, sondern allgemein „Erneuern des Bestehenden“. In Island mit den idealen topographisch-klimatischen Eigenheiten hat vor einigen Jahren eine isländische Firma unter der Titelschaft eines großen Automobilherstellers den „Hydrogen7“ hervorgebracht: ein Automobil, das mit Wasserstoff betrieben wird und als Abgas nichts anderes als reines H2O alias Wasser ausstößt. Ein Traum – nicht nur für Grüne.

Innovation sollte in jeder Firma während der florierenden Jahre betrieben werden, um am Puls der Wirtschaft zu bleiben. Gerade aber in schlechten Zeiten wird das Forschungsbudget zurechtgestutzt. Zudem betrifft Innovation die ganze Firma von der Basis bis zum Management – denn schließlich werden unsere Löhne durch den Kunden bezahlt, der unsere Produkte kauft.

Wie können wir das Ganze auf unsere Abteilung herunterbrechen?

In einem ersten Schritt sollten wir uns von Betriebsblindheit lösen und die Perspektive eines Außenstehenden einnehmen:

1. Schritt
1) Was produzieren wir als Firma eigentlich? Was produzieren wir als Abteilung?
2) Worin unterscheiden wir uns von der Konkurrenz? Worin von anderen Abteilungen?
3) Warum produzieren wir genau das? Wer sind unsere Kunden?

2. Schritt
In einem zweiten Schritt führen wir in verschiedenen (durchmischten) Gruppen ein Brainstorming durch. Dabei darf ruhig geraten und phantasiert werden:

1) Was wäre, wenn wir das Alte komplett über Bord werfen würden und ganz neu anfingen?
2) Was würde passieren, wenn wir etwas ganz anderes anböten?
3) Was wäre, wenn wir uns mit anderen zusammenschlössen?
4) Was geschähe, wenn wir statt zu verkaufen nun neu vermieten / leasen?
5) Was wäre, wenn wir gegen Entgelt unser Wissen anderen zur Verfügung stellten?

3. Schritt
In einem dritten Schritt stellen wir unsere Ideen den anderen Teams vor, die sie diskutieren und bewerten. Am Schluss ist man oftmals kurz vor einer gangbaren Lösung. Hier machen wir uns die Schwarmintelligenz zunutze: Mit Erstaunen werden wir feststellen, dass auch andere Teams zu ähnlichen Lösungsansätzen kommen. Der Grund ist einfach: Wir arbeiten alle im selben Betrieb und kennen die Probleme. Jeder Mensch hat jedoch eine andere Herangehensweise. Am Schluss der Diskussion kommt nicht selten eine ausgereifte Idee heraus. Nach der Markterkundung beginnt die Machbarkeitsstudie: Sind genügend interne und externe Ressourcen, die richtigen Zulieferer da? Wie sieht es mit der technischen Machbarkeit aus? Sind unseren Vorhaben technische oder finanzielle Grenzen gesetzt?

Am Schluss braucht es allerdings noch etwas ganz Wichtiges: den Mut zum Umsetzen. Dabei ist unverzichtbar, dass wir das Management im Rücken haben und es sich bei unserer Innovationsinitiative nicht um einen Bottom-up-Approach handelt. Es ist eine Investition in die Zukunft der Firma. Die Ideen sollen ja nicht versanden, sondern realisiert werden.

In diesem Sinne: Auf zu neuen Ufern!

Autorin: Irene Fischer ist nach über 15 Jahren Sekretariatserfahrung Assistentin des Teilbereichsleiters eines großen Energiekonzerns. 

Total 0 Votes
0

Tell us how can we improve this post?

+ = Verify Human or Spambot ?