Gehen Sie ruhig den Mahnweg

Für jedes Unternehmen sind säumige Zahler ärgerlich – für manche können Sie auch den finanziellen Ruin bedeuten. Achten Sie daher mit Ihrem Chef darauf, dass Sie keine Fristen versäumen.

So müssen Sie einen säumigen Zahler nicht erst – wie viele meinen – dreimal abmahnen, bevor Sie den juristischen Mahn- oder Klageweg einschlagen. Wichtig ist allein, dass Sie so früh wie möglich – also bereits in der Rechnung oder bei Vertragsschluss – einen Zahlungstermin und eine Frist festsetzen, innerhalb derer die Kosten beglichen sein müssen. Auf diese Weise schaffen Sie eine rechtlich sichere Grundlage, um …

  • nach Ablauf der Zahlungsfrist Verzugszinsen einfordern und
  • das gerichtliche Mahnverfahren einleiten zu können.

Der Mahnverlauf

Rechnung/Vertragsabschluss
mit Zahlungstermin (und Fristsetzung)

 

Zahlungserinnerung
mit Fristsetzung

telefonische Erinnerung mit Hinweis
auf „Verzugsschaden“ ( Verzugszinsen) und
Ankündigung des gerichtlichen Mahnverfahrens

Einreichen des Mahnantrags
beim örtlichen Amtsgericht

gerichtlicher Mahnbescheid
an Schuldner

Vollstreckungsbescheid

Kommunizieren Sie offen mit säumigen Zahlern

Im Hinblick auf das bestehende Kundenverhältnis empfiehlt es sich jedoch, …

  • zunächst eine Zahlungserinnerung zu versenden. Wie eine solche in der deutschen Gesetzgebung aussehen sollte, können Sie in der Schwerpunktausgabe 03/09 rechtssichere Musterbriefe für Ihren Alltag“ im Abonnentenarchiv auf der www.sekretaerinnen-service. de nachlesen. Auf der nächsten Seite finden Sie außerdem ein englisches Musterschreiben.
  • kurz vor Fristablauf telefonisch den säumigen Zahler zu kontaktieren und sich zu vergewissern, dass die Rechnung tatsächlich auch eingegangen ist.
  • nach der Fristüberschreitung eine schriftliche Mahnung (inkl. Rechnungsdatum und -nummer sowie Zeitpunkt des Verzugstermins) zu verschicken, in der Sie auf die gesetzliche Grundlage des eingetretenen Zahlungsverzugs hinweisen. Teilen Sie darin außerdem mit, wann Sie und Ihr Chef beabsichtigen, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten.

So berechnen Sie den Verzugszins

Gemäß Bürgerliches Gesetzbuch (BGB, § 288) errechnen sich die Schuldzinsen bei …

  • Geschäftspartnern aus maximal 8 %,
  • Verbrauchern aus höchstens 5 %

plus dem Basiszinssatz der Deutschen Bundesbank – also aktuell: 1,62 % (Stand: Januar 2009). Allerdings dürfen Sie nicht einfach 9,62 % der Gesamtsumme bei Geschäftspartnern bzw. 6,62 % bei Verbrauchern auf den offen stehenden Rechnungsbetrag aufschlagen – Sie müssen dies auf die tatsächlichen Verzugstage umrechnen. Die folgende Formel hilft Ihnen dabei:

Forderung x 9,62 % (bzw. 6,62 %) = Jahresverzugszins

Jahresverzugszins : 365 Tage x Verzugstage = tatsächlicher Verzugszins für den Verzugszeitraum

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