Frühjahrsputz für Ihren PC

Langsam aber sicher kommt der Frühling und in vielen Haushalten wird in dieser Zeit der sprichwörtliche Frühjahrsputz begonnen. Vernachlässigen Sie dabei nicht Ihren Computer! Sie werden sehen: er wird danach wieder viel schneller für Sie arbeiten.

Beginnen Sie mit der Pflege der Hardware. Generell sollten Sie alle Arbeiten nur bei stromlosen Geräten durchführen. Fahren Sie den PC herunter und trennen ihn vom Netz. Das gilt auch für das LCD-Display.

Pflege der Hardware

Das Gehäuse des Rechners (Desktop oder Notebook) wischen Sie mit einem fusselfreien und trockenen Tuch ab, um Staub zu entfernen. Nutzen Sie einen Desktop-PC, dessen Gehäuse auf dem Boden steht, ist zusätzlich eine Reinigung des Innenraumes zu empfehlen. Dabei werden insbesondere die Lüfter mittels eines im Handel erhältlichen Druckluftsprays von Staub gereinigt. Darum sollte sich aber im Zweifel Ihre IT-Abteilung kümmern. Wenn Sie die Arbeit selbst durchführen wollen, müssen Sie den PC öffnen. Dazu sind auf der Rückseite meist lediglich 4 Schrauben zu lösen. Danach wird mit dem Druckluftspray der Staub aus dem Gerät gepustet, das Gehäuse wieder aufgesetzt und verschraubt. Bitte erst danach die Verbindung mit dem Stromnetz wieder herstellen.

Computerdisplays sind extrem empfindlich. Das gilt sowohl für Notebooks als auch TFT-Monitore. Gehäuse und Rahmen reinigen Sie ebenfalls mit einem trockenen Tuch. Nehmen Sie Abstand von allen Reinigern, die Alkohole, Acetone oder Ammoniak enthalten. Dies gilt auch für die im Handel erhältlichen feuchten Brillenputztücher. Anders als die Hersteller dies gern kundtun, schmieren diese eher als hilfreich zu sein. Für die Reinigung des Displays besorgen Sie sich ein Mikrofasertuch, das Sie mit so wenig Druck wie möglich über das Display führen. Flecken und stärkere Verschmutzungen entfernen Sie, indem Sie das Tuch nebelfeucht mit Wasser benetzen.

Für Maus und Tastatur finden Sie im Fachhandel für Bürobedarf feuchte Reinigungstücher, die zum Teil auch eine desinfizierende Komponente enthalten.

Entschlackung des Systems

Nachdem Sie sich um das Äußere des Gerätes gekümmert haben, ist es an der Zeit, sich auch um die verborgenen Werte auf der Festplatte des Systems zu kümmern. Stapeln sich förmlich Icons von Programmen und Dateien auf Ihrem Desktop? Dann ist es an der Zeit, diese Sammlung einmal gründlich aufzuräumen. Legen Sie direkt auf dem Desktop einen neuen Ordner an und verschieben Sie durch Markieren, Anklicken und Ziehen die Elemente in diesen neuen Ordner. Sehen Sie dann jeden Tag einmal diesen Ordner für ein paar Minuten durch und entscheiden Sie, ob diese Daten gelöscht werden können, oder legen Sie sie endgültig ab.

Überflüssige Software

Wenn Sie auf Ihrem Arbeitsplatzrechner selbst Software installieren dürfen, rufen Sie sich die Systemsteuerung auf und sehen Sie unter „Programme“ die Liste der installierten Anwendungen durch. Welche davon haben Sie in den vergangenen Monaten überhaupt nicht mehr verwendet? Werfen Sie Ballast ab und deinstallieren Sie nicht mehr benötigte Software. Allerdings nur mit der dafür vorgesehenen Funktion! Sie werden überrascht sein, wie viel Festplattenplatz Sie durch diese Deinstallation wieder gewinnen (* Abb. 1).

* Abb. 01: Der erste Weg beim Aufräumen des PC sollte über die installierten Programme führen. Deinstallieren Sie alles, was Sie nicht mehr benötigen.

* Abb. 01: Der erste Weg beim Aufräumen des PC sollte über die installierten Programme führen. Deinstallieren Sie alles, was Sie nicht mehr benötigen.

Datenbereinigung

Im Laufe der Zeit sammeln sich auf der Festplatte immer mehr Daten an, die eigentlich nicht mehr benötigt werden und das System unnötig belasten. Der Zwischenspeicher des Internet- Browsers ist hierfür das wohl bekannteste Beispiel. Doch auch Programme und das Betriebssystem selbst hinterlassen solche Datenspuren. Ein kleines Programm hilft Ihnen hier beim Frühjahrsputz. Besuchen Sie www.ccleaner.com und laden Sie sich die kostenfreie Variante auf Ihren Rechner. Installieren Sie die Software wie gewohnt mit einem Doppelklick auf die heruntergeladene Datei.

Wechseln Sie in den Bereich „Cleaner“ und dort in das Register „Windows“. In der Liste sind verschiedene Bereiche aktiviert. Damit signalisiert Ihnen die Software, welche Teile des Systems untersucht werden sollen. Belassen Sie es hier bei den Voreinstellungen und klicken Sie auf den Schalter „Analysieren“. Damit wird die Untersuchung begonnen. Dieser Vorgang kann eine Weile dauern (* Abb. 2).

* Abb. 02: Das CCleaner ist ein kostenloses Programm, dass Ihnen das Aufräumen Ihres PCs erleichtert. Das CCleaner informiert Sie zunächst über die Änderungen, die das Programm vornehmen will.

* Abb. 02: Das CCleaner ist ein kostenloses Programm, dass Ihnen das Aufräumen Ihres PCs erleichtert. Das CCleaner informiert Sie zunächst über die Änderungen, die das Programm vornehmen will.

Sie erhalten im Anschluss eine Zusammenfassung, die Ihnen anzeigt, wie viel Speicherplatz freigeräumt werden kann. Mit einem Klick auf „Starte CCleaner“ beginnen Sie dann mit dem Löschen dieser Dateien (* Abb. 3).

* Abb. 03: Wenn Sie überflüssige Dateien entfernen wollen, erfolgt eine Sicherheitsabfrage.

* Abb. 03: Wenn Sie überflüssige Dateien entfernen wollen, erfolgt eine Sicherheitsabfrage.

Wenn Sie anhand der Liste unsicher sind, ob Sie die angezeigten Dateien nicht vielleicht doch noch brauchen, merken Sie sich, zu welcher Kategorie der Eintrag gehörte und deaktivieren Sie im Register „Windows“ oder „Anwendungen“ das entsprechende Element.

Automatisch ausgeführte Programme beim Aufstarten reduzieren

Interessant ist auch das Register „Extras“. In der Rubrik „Autostart“ listet Ihnen die Software alle Programme und Dienste auf, die nach dem Systemstart automatisch ausgeführt werden. Sehen Sie sich auch diese Liste in Ruhe durch (* Abb. 4).

* Abb. 04: Interessant beim Frühjahrsputz ist auch die Option, die Autostart-Programme aufräumen zu können. Durch das Deaktivieren von Einträgen startet der PC spürbar flotter.

* Abb. 04: Interessant beim Frühjahrsputz ist auch die Option, die Autostart-Programme aufräumen zu können. Durch das Deaktivieren von Einträgen startet der PC spürbar flotter.

Wie die meisten Anwender werden auch Sie überrascht sein, wie viele Programme im Hintergrund gestartet werden. Dies kostet einerseits (etwas) Arbeitsspeicher, zum anderen verlängert sich der Systemstart damit natürlich. Haben Sie Anwendungen entdeckt, die Sie eher selten benötigen, dürfte es in den meisten Fällen ausreichen, wenn Sie diese manuell aufrufen. Markieren Sie in diesem Fall den Eintrag in der Liste und klicken Sie auf „Deaktivieren“. Wenn Sie beim nächsten Mal Ihren Rechner starten, werden Sie feststellen, dass Sie viel schneller mit der Arbeit beginnen können. Unter Umständen meckert das Betriebssystem nach diesem Start, und weist auf eine benötigte Komponente hin. Dann haben Sie eine Anwendung aus dem Autostart entfernt, die für ein anderes Programm wichtig ist. Starten Sie in diesem Fall einfach CCleaner erneut und aktivieren Sie den Autostart-Eintrag wieder.

Festplatte bereinigen und defragmentieren

Als Letztes kümmern Sie sich mit den eingebauten Bordmitteln noch einmal um die Festplatte. CCleaner ist gut, findet aber nicht alles. Öffnen Sie über das Startmenü den Eintrag „Computer“ und lassen Sie sich die eingebauten Festplatten anzeigen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Eintrag und nutzen Sie „Eigenschaften“ aus dem Kontextmenü. Im Register „Allgemein“ klicken Sie auf „Bereinigen“ und lassen Windows die Festplatte untersuchen. Übernehmen Sie ruhig die Vorschläge und starten Sie die Bereinigung (* Abb. 5) (* Abb. 6) (* Abb. 7).

* Abb. 05: Die Datenträgerbereinigung von Windows verbirgt sich in den Eigenschaften einer Festplatte.

* Abb. 05: Die Datenträgerbereinigung von Windows verbirgt sich in den Eigenschaften einer Festplatte.

* Abb. 06: Starten Sie den Vorgang, untersucht Windows, wie viel Speicherplatz wieder freigemacht werden kann.

* Abb. 06: Starten Sie den Vorgang, untersucht Windows, wie viel Speicherplatz wieder freigemacht werden kann.

* Abb. 07: Sie können dabei gezielt bestimmte Bereiche ausschließen.

* Abb. 07: Sie können dabei gezielt bestimmte Bereiche ausschließen.

Jetzt ist die Festplatte bereit, um den letzten Schritt beim Frühjahrsputz zu unternehmen. Über die Eigenschaften eines Datenträgers erreichen Sie auch das Register „Tools“. Klicken Sie unter „Fehlerüberprüfung“ zunächst auf „Jetzt prüfen“, um sicherzustellen, dass mit der Festplatte alles in Ordnung ist. Sollten Fehler gefunden werden, dürfen Sie Windows durchaus trauen. Es kann die bestehenden Probleme in aller Regel beheben. Danach klicken Sie auf „Jetzt defragmentieren“ in der Rubrik „Defragmentierung“. Windows zeigt Ihnen im Anschluss eine Liste der Datenträger, die bearbeitet werden können. Markieren Sie die gewünschte Festplatte und starten Sie den Vorgang mit einem Mausklick auf den Schalter (* Abb. 8).

* Abb. 08: Die Defragmentierung organisiert die Festplatte neu. Beim Schreiben und Lesen braucht der PC dann nicht mehr so lang und arbeitet schneller.

* Abb. 08: Die Defragmentierung organisiert die Festplatte neu. Beim Schreiben und Lesen braucht der PC dann nicht mehr so lang und arbeitet schneller.

Beim Speichern einer Datei werden deren Inhalte auf den freien Plätzen der Festplatte abgelegt. Ein Dokument in Word setzt sich aus einer Reihe von kleineren Speichereinheiten zusammen. Durch das Löschen und Speichern entstehen im Laufe der Zeit immer mehr „Lücken“ im Dateisystem. Durch das Defragmentieren sorgen Sie dafür, dass belegter und freier Speicher auf der Festplatte wieder fein säuberlich getrennt sind. Damit wird für die Speicherung von Dateien weniger Zeit benötigt und das System arbeitet schneller. Ist auch dieser Vorgang erfolgreich abgeschlossen, ist Ihr Computer außen und innen wieder frisch und bereit, viele weitere Aufgaben mit neuem Schwung für Sie zu erledigen.

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