Barrierefreie Webseiten

Behinderte sollen nicht nur erleichterten Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Gebäuden und Toiletten haben, sondern auch zu Dienstleistungen und Informationen. Leider stoßen Betroffene hier nach wie vor auf viele Barrieren. Am 1. Mai 2002 trat in Deutschland das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) in Kraft. Nach BGG Art. 4 ist Barrierefreiheit dann gegeben, wenn eine Website von behinderten Menschen einfach und ohne fremde Hilfe genutzt werden kann. Barrierefreie Webseiten können mit einem Mausklick vereinfacht in größerem Schriftbild angesehen werden. Davon abgesehen stehen sehbehinderten Menschen heute eine Vielzahl an Hilfsmitteln zur Verfügung, die sie aber nur nutzen können, wenn eine Website „barrierefrei“ gestaltet ist. Falls Sie Dienste für eine breite Öffentlichkeit oder für ältere Bevölkerungsgruppen anbieten, dann sollte auch Ihre Website barrierefrei sein. Dafür müssen Sie die Anforderungen kennen:

Fünf Dimensionen prägen die Zugänglichkeit

  1. Standardkonformität
    Die Verwendung einer standardkonformen Technologie bildet die Basis für die Umsetzung einer barrierefreien Website. Denn zur Interpretation der Inhalte sind Hilfsmittel und „Übersetzungsgeräte“ darauf angewiesen. Die Verwendung standardkonformer Technologie und die Trennung von Inhalt und Design (bei Flashanimationen nicht gegeben) garantiert eine plattformübergreifende Darstellung.
  2. Zugänglichkeit (Accessability)
    Zugänglichkeit bedeutet, dass die Inhalte so aufbereitet sind, dass sie auch für blinde, sehbehinderte oder motorisch eingeschränkte Menschen zugänglich sind.
  3. Gebrauchstauglichkeit (Usability)
    Unter Gebrauchstauglichkeit versteht man eine überschaubare und nachvollziehbare Navigation, klare Orientierungshilfen und eine konsistente Nutzerführung.
  4. Verständlichkeit
    Verständlichkeit bezieht sich auf die Einfachheit der Sprache.
     
  5. Design
    Design kann als „l´art pour l’art“ betrieben werden. Oder aber das Layout unterstützt die Verständlichkeit und dient der Leserführung.

Blinde und sehbehinderte Menschen nutzen eine Screenreader-Software, welche die Inhalte einer Website erfassen und an die eingebauten Ausgabe- Hilfsmittel weiterleiten kann. Eines davon ist die Braillezeile am oberen Rand der Tastatur. Diese muss man sich ähnlich dem Lochstreifensystem bei den früheren Telexgeräten vorstellen. Eine markierte Zeile am Bildschirm wird auf der Braillezeile mittels heb- und versenkbaren Minizäpfchen angezeigt, damit sie von sehbehinderten Personen mit den Fingern abgetastet und gelesen werden kann. Ein anderes Hilfsmittel ist die Sprachausgabe, die den ausgelesenen Text des Screenreaders akustisch wiedergibt.


Das steckt dahinter


Laut statistischem Bundesamt leben in Deutschland 9,6 Millionen Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung. Davon sind 350.655 sehbehindert oder vollständig erblindet.

Total 0 Votes
0

Tell us how can we improve this post?

+ = Verify Human or Spambot ?